Menschen finden, die zu einem passen

August 31st, 2014 at 11:01 -- Posted in Alltag, Begegnungen, Radisli auf Reisen, Single-Leben | No Comments »

Seit einer Woche weile ich nun schon an der wundervollen CĂŽte d’Azur. Ich bin wieder mal alleine verreist und mache wie 2008 und 2012 einen Sprachaufenthalt. In Auckland als auch in Vancouver hatte ich etwas Heimweh und die ein oder andere TrĂ€ne vergossen. Hier in Nizza geht es mir wirklich gut, was wohl auch mit den Menschen hier zu tun hat.

Gastfamilie

Von meiner “famille d’accueil” wurde ich herzlich empfangen. Meine Gastmutter hat sehr viel Geduld und nimmt sich Zeit, sich mit mir zu unterhalten. Abends wird immer frisch und sehr lecker gekocht. Spaghetti mit Broccoli und Speck, Salade nicoise, Lachs mit LauchgemĂŒse, usw.

Schule

Am Boulevard de Cimiez befindet sich die Schule Idiom. Auch da sind alle Lehrerinnen sehr freundlich und hilfsbereit. Die SchĂŒler der vergangenen Woche stammen wohl zu 90% aus deutschsprachigen Regionen (Schweizer, Deutsche, Liechtenstein). Ausserem lernte ich je eine Person aus Neuseeland, Spanien und England kennen. In meiner Klasse waren wir zu dritt. Mit dem EnglĂ€nder (Alex) verstand ich mich auf anhieb gut. Er ist auch ungefĂ€hr in meinem Alter und war am ersten Tag so freundlich, der NeuseelĂ€nderin (Raji) und mir zu zeigen, wo man nahe der Schule was essen kann.

Leute kennenlernen

Am spĂ€teren Montagnachmittag nahm Alex mich und Raji mit auf einen Spaziergang durch die Stadt. Schnell merkte ich, dass Raji sehr sprunghaft und bestimmend ist. Wir spazierten ĂŒber die Avenue Jean MĂ©decin zum Place MassĂ©na und gelangen dort in die Altstadt. Wir waren alle durstig und Alex schlug immer mal wieder in CafĂ© vor. Raji lehnte immer wieder ab – mal mit NasenrĂŒmpfen, mal ganz bestimmt. Einmal setzten wir uns sogar und Alex besorgte unds die MenĂŒkarten. Madame suchte was bestimmtes, von dem sie den Namen nicht kannte aber gleich wusste, dass es das in diesem Restaurant nicht gibt. Wir standen also wieder auf und gingen weiter. Dem “english man” merkte man nicht an, ob es ihn nervt. Ich sagte einfach nichts. Ein paar Minuten spĂ€ter holten wir uns dann ein Eis.
Als ich am nĂ€chsten Tag mit dem EnglĂ€nder alleine unterwegs war, stellte sich heraus, dass er einfach den Gentleman gab und sich auch ĂŒber Raji’s Verhalten aufregte.

Freunde finden

Als es gegen das Wochenende zuging, ĂŒberlegte ich mir natĂŒrlich, was ich unternehmen könnte. Möglichkeiten gibt es viele: Cannes, Antibes, Monte Carlo, St. Tropez, … Wie ihr wisst, kann ich mittlerweile auch gut was alleine unternehmen. Da ich hier in Nizza jedoch schon oft alleine bin, wollte ich wenigstens einen Tag mit jemandem was unternehmen. Da Alex am Samstagmittag wieder zurĂŒck nach London flog, fiel er schon mal weg. Die NeuseelĂ€nderin hĂ€tte ich bekanntermassen keinen ganzen Tag ausgehalten. Die Spanierin, welche ich am Dienstag wĂ€hrend einer AktivitĂ€t der Schule kennenlernte, sah ich irgendwie wĂ€hrend keiner Pause mehr. Schade, schlug sie doch damals vor, dass wir was zusammen unternehmen könnten. Die Deutsche aus meiner Klasse ist ca 50 und hat ein ziemlich mĂŒhsames, lautes und langes Lachen. Bin ich nun wĂ€hlerisch? Oder zu heikel, mit wem ich einen ganzen Tag verbringen will? Ich weiss ja nicht wie das andere machen, ob die beliebter sind oder sich mit wenig zufrieden geben. Ich persönlich finde es ziemlich schwierig – vor allem im Ausland – neue Freunde zu finden. Ich bin gespannt, wer morgen meine neuen MitschĂŒler sind. Ich hoffe sehr, es sind keine Deutschsprachigen, welche in den Pausen immer ihr Muttersprache sprechen.

Leben geniessen

Nun mache ich mir heute also einen gemĂŒtlichen, faulen Sonntag alleine “Ă  Nice”. Mal schauen, wie viele Menschen heute so unterwegs sind, ist Nizza doch eine Stadt mit zirka 350’000 Einwohnern und ein “paar” Touristen.

Ă  bientĂŽt mes amis

 

Das Leben erleben

Mai 4th, 2014 at 16:36 -- Posted in Begegnungen, Gesund Leben | No Comments »

Letztens ging ich eines Abends wieder mal spazieren. Bis dahin war es kein guter Tag und ich musste irgendwie ausbrechen. Da es in Strömen regnete, schnĂŒrte ich wasserfeste Schuhe, zog eine wasserabweisende Jacke an und schnappte mir den nĂ€chsten Schirm. Ehrlich gesagt, wĂ€re ich am liebsten in Regenklamotten und Gummistiefeln direkt in den Regen gestanden, leider aber fehlten mir passende Schuhe und Hosen. Machte ich eben das beste aus der Situation.

Wieder mal machte ich mich mit dem neusten Album von Pegasus  auf den Weg. Dem Fluss entlang, die Gedanken fliessen mit. Ab und zu schlĂ€gt die Hand im Rythmus zur Musik. Manchmal stelle ich diese leiser, um dem Regen zuhören zu können. Ich bin aufmerksam, fĂŒr die GerĂ€usche, fĂŒr was ich sehe. WĂ€hrend meinem Spaziergang entdecke ich immer wieder Schnecken. Die schönen, mit dem eigenen Haus. Manchmal Grosse, manchmal Kleine. Fast wĂ€re ich auf einen getreten. Im letzten Moment habe ich ihn noch entdeckt und konnte ausweichen. Ein LĂ€cheln breitete sich auf meinem Gesicht aus. Was fĂŒr ein schönes Tier. Eins, das sich bei diesem “Hudelwetter” wohl fĂŒhlt.IMG_20140504_152604

Meine Route war noch nicht zu ende und ich ging weiter. Etwas spĂ€ter traf ich auch noch auf ein paar Enten. Auch diese liessen sich nicht vom Wetter die Laune verderben und verbrachten die Zeit am Flussufer. Als ich mich dann auf den Heimweg machte, ĂŒberlegte ich ob ich den selben Weg oder einen anderen nehmen sollte. Ich wolltew issen, ob es die kleine Schnecke ĂŒber den Weg geschafft hat. Also ging ich dieselbe Strecke zurĂŒck. Da es mittlerweile schon ziemlich dunkel war, war es nicht sehr einfach, die Schnecke vom Kies, den BlĂ€ttern und den Ästen zu unterscheiden. Umso erleichtert war ich natĂŒrlich, als ich die sĂŒsse kleine Schnecke auf der anderen Seite des Weges kriechen sah.

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Das Leben sollte man nicht nur leben, sondern auch erleben. Klar, ich verbringe viel Zeit online. Ich schreib Nachrichten, lese Twitter, schaue Videos, höre Musik. Alles ĂŒber ein Display und meist alleine. Da ich aber trotz allem noch sehr an Menschen interessiert bin, schaue ich immer wieder vom Display hoch, in die Gesichter dieser Fremden. Ich finds spannend und faszinierend, wie unterschiedlich wir Menschen doch sind. Aber ja, ohne Twitter und andere Online-Dinge hĂ€tte ich manch tolle Menschen nicht getroffen.

 

Dazu gibts ĂŒbrigens noch ein nachdenklich-machendes-Video (danke Monah fĂŒr den Hinweis!).

 

Ich war sprachlos

April 23rd, 2014 at 21:15 -- Posted in Alltag, Begegnungen, Fotos | 2 Comments »

Als ich eines Abends von der Arbeit nach Hause kam, fand ich in meinem Milchkasten ein kleines Packet. Ich hatte nichts bestellt und ein Absender war nicht ersichtlich. Wer schickt mir denn da was? Was ist wohl drin?

Kaum war ich in der Wohnung öffnete ich ganz gespannt dieses kleine SchĂ€chtelchen und war einfach nur baff, als ich sah, was sich darin befand. Ich sah mehrere Traubenzucker-PĂ€ckchen, ein super praktisches Pflasterset, einen noch tolleren GefĂ€llt-mir-Stempel UND ein Stempelkissen. Wie komm ich nur dazu, fragte ich mich. Ja, ich bin CSS Kundin – seit meiner Geburt – na und? Also begann ich den Brief zulesen, der mir das ganze erklĂ€rte. Sie hĂ€tten meinen letzten Blogpost gelesen und finden es gut, dass ich glĂŒcklich sein will. Falls es aber wieder mal nicht so gut lĂ€uft, hĂ€tten sie da eine kleine Hilfe und Ideen.  Ich strahlte ĂŒbers ganze Gesicht, war positiv ĂŒberrascht von dieser Aufmerksamkeit, von diesem Geschenk und einfach nur sprachlos.

In diesem Sinne: Da es förderlich fĂŒr die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glĂŒcklich zu sein.

Liebe CSS: Ein ganz ganz grosses Dankeschön auch an dieser Stelle fĂŒr dieses kleine aber feine Geschenk!

Brief der CSS mit Geschenken

Schule damals und heute

MĂ€rz 15th, 2014 at 19:09 -- Posted in Begegnungen, Berufliches | No Comments »

Vor Kurzem startete ich eine neue Weiterbildung. Bis vor einem Jahr noch undenkbar, bin ich heute tatsĂ€chlich Studentin. Ich habe mit dem CAS (Certificate of advanced studies) Social Media Management an der Hochschule fĂŒr Wirtschaft ZĂŒrich gestartet.

Überraschenderweise war ich am ersten Schultag Ende Februar nicht mal wirklich nervös. Ich war einfach gespannt auf die Mitstudenten, die Dozenten, die Themen, den Unterricht. Heute, nach dem vierten Schultag bin ich hellauf begeistert – von so vielem. Wir sind eine grosse Klasse von 25 Studenten unterschiedlichen Alters, Branchen und Jobs. MĂ€nnlein, Weiblein sind in etwa ausgeglichen und es sind so spannende und interessante Mitmenschen.

Nun aber zum Grund meines Posts. FrĂŒher in der zweiten HĂ€lfe der Oberstufe war ich EinzelgĂ€ngerin. Bei Gruppenarbeiten wurde ich meist als Letzte aufgenommen. Die Pause verbrachte ich alleine auf der Bank und schrieb meine Gedanken auf. Manchmal nahmen mich die MitschĂŒler deswegen auch hoch. Was ich denn da in dieses BĂŒchlein schreiben. Hahaha. Nach Schulschluss fuhr ich meistens direkt nach Hause und verbrachte viel Zeit vor dem Computer. Bluewinchat, Habbohotel oder andere waren meine Freunde.

In diesem Studiengang fĂŒhle ich mich endich auf gleicher Höhe mit den anderen, auch wenn sie einige Jahre Ă€lter sind als ich. Kommilitone freut es, wenn ich mich neben sie setze. Sie fragen mich am Abend, was ich noch mache oder ob ich noch Zeit hĂ€tte, mit ihnen was trinken zu gehen. Sie interessieren sich fĂŒr mich und was ich so tue.

Schule ist nicht nur lernen, sondern auch leben und mit so tollen Menschen macht das gleich noch mehr Spass.

Was bietet das Leben schon

Februar 11th, 2014 at 22:15 -- Posted in Alltag, Begegnungen, Single-Leben | 1 Comment »

Vor kurzem hatte ich eine Unterhaltung mit einem guten Freund. Er ist Single und wĂŒnscht sich nichts sehnlicher, als eine Freundin. Ich versuchte ihm klar zu machen, dass er zuerst sein eigenes Leben und sich lieben sollte. Das Leben sei lebenswert und auch liebenswert. Er soll das Leben geniessen und sein GlĂŒck nicht von anderen abhĂ€ngig machen.

Klar, leichter gesagt als getan. Mir wurde das bestimmt auch schon öfters gesagt. So plumpt und einfach. Als er mich fragte “Was gibts im Leben schon zum geniessen” wollte ich ihm am liebsten eine Ohrfeige verpassen. Stattdessen habe ich ihm einige GlĂŒcks-GefĂŒhl-Situationen aus meinem Leben geschildert. So als Idee, was machen ausprobieren könnte. Jeder Mensch ist anders und mag unterschiedliche Dinge, aber irgendwo muss man ja mal anfangen.

  • Wenn man an der WĂ€rme sitzt und dem Regen zuhören kann, der ans Fenster prasselt
  • Wenn nach dem Regen die Sonne auftaucht und man genau weiss, wo gleich ein Regenbogen auftaucht und das auch passiert
  • Wenn man durch das Herbstlaub rascheln kann
  • Wenn man von einem Sommerregen ĂŒberrascht wird
  • Wenn es ganz stark schneit und so ruhig ist wie sonst nie und man einen Spaziergang macht
  • Wenn man auf einem alltĂ€glichen Spaziergang plötzlich ein Eichhörnchen entdeckt
  • Wenn man auf dem Sonntagsspaziergang einem Graureiher beim fischen zuschauen kann
  • Wenn man an einem Abend wie heute einen Spaziergang an der herrlich frischen Luft macht
  • Wenn man dem Wind zuhören und ihn in den Haaren spĂŒren kann
  • Wenn man in den Himmel schaut und ganz viele Sterne leuchten sieht

Was wĂŒrdest du einem Freund empfehlen?